Schleife Ebenfurth weiter in Genehmigung

Eine Bahngleise und Baustelle der Bahnhaltestelle Pottendorf Landegg

Seit Jänner fahren Züge zwischen Pottendorf und Ebenfurth nur auf einem von zwei Gleisen. Im Bereich des Pottendorfer Werkskanals entsteht eine neue Eisenbahnbrücke. Der alte Teil des Brückentragwerks ist bereits abgebrochen, das neue Tragwerk wurde direkt daneben errichtet. Der Personendurchgang in der Haltestelle Pottendorf-Landegg wird modernisiert und an die neuen Verhältnisse angepasst.

Dazu sind umfangreiche Baugrubensicherungen und Stützmaßnahmen erforderlich, die auch den Bereich des Jägerweges betreffen. Gleichzeitig wird das neue Zugangsgebäude inkl. Technikräume errichtet, die alten Gebäudeteile wurden vorab abgerissen.

Die neue Haltestelle wird spätestens Mitte 2027 in Betrieb gehen, damit gelangen Fahrgäste hier sowohl von der Park&Ride-Anlage als auch vom Jägerweg barrierefrei und komfortabel zum Zug.

Einschränkungen beachten

In den an den Gleisbereich direkt angrenzenden Straßenbereichen (Jägerweg, Linke Bahnzeile) sind derzeit Einschränkungen erforderlich, da die Straßen- und Platzverhältnisse dort sehr beengt sind. Anrainer:innen werden ersucht, die vorübergehend beengte Platzsituation und Einschränkungen im Straßenbereich zu beachten.

Im August wandert das Baufeld von der Linken Bahnzeile auf die Rechte Bahnzeile, auch hier sind die Platzverhältnisse äußerst eng.

Im Bereich der Unterführung Badener Straße/L157 werden aufgrund von Sanierungsarbeiten an der Eisenbahnbrücke noch im Juni halbseitige Straßensperren mit Verkehrsregelung erforderlich. Für den Einbau von zwei Anprallbalken, die den Anprall von zu hohen Straßenfahrzeugen an das Brückentragwerk verhindern sollen, werden zwei Komplettsperren der Straße in der Nacht notwendig. 

Die Sperren werden voraussichtlich im Juli 2026 und im Oktober 2026 umgesetzt und vorher angekündigt.

An den Baustellenein-/ausfahrten (entlang der B60 zwischen Ebenfurth und Pottendorf) waren Baustellenampeln einzurichten. Es ist zu beachten, dass diese sensorgesteuert sind.

Das bedeutet, man muss nahe an die Lichtsignale heranfahren, damit die Ampel auf Grün schaltet.

Kreuzungsbauwerk für Züge

Zur Entflechtung des steigenden Zugverkehrs entsteht am südlichen Ortsende von Pottendorf ein rund 1,6 km langes Kreuzungsbauwerk mit vier Gleisen. Ein Gleis der Pottendorfer Linie wird tiefer verlegt, zwei Gleise verlaufen auf Geländeniveau, ein drittes Gleis wird über das tiefer liegende Gleis hinweg geführt. Diese Lösung schafft mehr Platz für Züge und ermöglicht eine flexiblere Steuerung des Zugverkehrs.

Warum ist das wichtig?

Die Streckenattraktivierung- und Sanierung entlang der Pottendorfer Linie ist dringend notwendig, da die Anlagen am Ende ihrer Lebensdauer sind. Die Summe der Maßnahmen, insbesondere die Errichtung des Kreuzungsbereichs, ist essenziell, damit die Umlegung des schnellen Fernverkehrs von der Südbahn auf die Pottendorfer Linie Ende 2027 gewährleistet ist – dies deshalb, damit im Bahnhof Wien Meidling die Verkehre der West- und Südstrecke entflechtet werden können. Erst danach können weitere Projekte wie die S-Bahn Stammstrecke in Wien fertigstellt, der Ausbau des Hauptbahnhofs Wr. Neustadt weitergeführt und der viergleisige Ausbau Wien Meidling – Mödling gestartet werden.

Alle diese Projekte sind terminlich und bahnbetrieblich voneinander abhängig, daher müssen die Arbeiten an der Pottendorfer Linie in einem Zug durchgeführt werden.

Schienenersatzverkehr

Derzeit ist zwischen Wampersdorf und Ebenfurth ein Schienenersatzverkehr für Züge der Linie S60 eingerichtet – dies deshalb, weil durch die Bauarbeiten abschnittsweise nur eines von zwei Gleisen vorhanden ist. Daher kann nur eine reduzierte Anzahl von Zügen, auf diesem Abschnitt fahren. Voraussichtlich ab Schulbeginn bis Mitte Dezember 2026 wird der Schienenersatzverkehr für die SBahn auf den Abschnitt Wampersdorf – Wr. Neustadt ausgedehnt, weil auch bei der Einmündung der Pottendorfer Linie in den Wr. Neustädter Hauptbahnhof Ausbauarbeiten laufen. Dort wird zu den bestehenden drei Gleisen ein viertes hinzugelegt, um Platz für mehr Züge zu schaffen.

Schleife Ebenfurth: Genehmigungsverfahren läuft

Das Bundesverwaltungsgericht (BVwG) hat die Genehmigungen für den Bau der Schleife Ebenfurth aufgehoben. Es verneint die Zuständigkeit der bescheidausstellenden Behörden (Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur, Länder Niederösterreich und Burgenland). Die ÖBB-Infrastruktur AG und die involvierten Behörden teilen diese Rechtsansicht nicht. Daher hat die ÖBB-Infrastruktur AG die Entscheidung beim Verfassungsgerichtshof angefochten. 

Dieser hat im März 2026 die Behandlung der Beschwerde an den Verwaltungsgerichtshof abgetreten. Alle involvierten Behörden haben ebenfalls beim Verwaltungsgerichtshof Revisionen gegen die Entscheidung des BVwG erhoben (Amtsrevisionen). Damit heißt es für unzählige Burgenländische und Ungarische Pendler:innen „weiter warten auf eine schnelle Anbindung an die Bundeshauptstadt“.

Die fehlende leistungsfähige Anbindung der Bahnstrecke aus dem Burgenland an die Pottendorfer Linie bedeutet Einschränkungen im Zugsverkehr auf der Pottendorfer Linie, die insbesondere den Bereich Pottendorf, Wampersdorf und Ebreichsdorf betreffen.

Haben Sie noch Fragen zum Bauprojekt?

Wenden Sie sich bitte an unsere Ombudsstelle unter 0664/78 95 10 64 (Montag bis Donnerstag, 8 bis 16.30 Uhr, freitags 8 bis 12 Uhr) oder an infra.kundenservice@oebb.at. Informationen zu den Baumaßnahmen der ÖBB-Infrastruktur finden Sie auch unter infrastruktur. oebb.at.

Fahrplanauskünfte: oebb.at | oebb.at/baustellen| 05-1717 | SCOTTY mobil

06.07.2026