Die Zuhörer:innen des Vortrags von Dr. Sabine Röckel und Meggi Klimbacher zeigten großes Interesse am Thema „Pubertät“.
Achtung: „Bauarbeiten“ an Hirn, Hormonen und Herz – Pubertät verstehen und begleiten
Die Pubertät ist eine intensive Phase, in der im Körper große „Bauarbeiten“ stattfinden – an Gehirn, Hormonen und Herz. Während diese Entwicklung bei vielen Jugendlichen relativ unspektakulär verläuft, können zusätzliche Belastungen oder Konflikte das innere Gleichgewicht empfindlich stören. Genau hier setzt unsere Vortragsreihe an.
Der Vortrag richtete sich an alle Menschen, die mit Jugendlichen leben oder arbeiten und sich besser auf diese herausfordernde Zeit vorbereiten möchten.
Teil 1: Was passiert im Körper während der Pubertät? – Erklärung durch Dr. Sabine Röckel
Im ersten Vortragsteil erklärte Dr. Sabine Röckel, Psychiaterin und Psychologin, die biologischen und psychischen Prozesse, die während der Pubertät ablaufen. Besonders betonte sie:
- Die Pubertät verläuft bei jedem Kind individuell – das wissen vor allem Eltern mehrerer Kinder sehr gut.
- Bei Konflikten gilt: Raum für Reibung lassen, aber sich nicht aufreiben.
- Ein klarer, liebevoll gesetzter erzieherischer Rahmen ist ebenso wichtig wie gegenseitige Wertschätzung und Verständnis.
Dieser Teil des Vortrags lieferte wertvolle Einblicke, wie Eltern und Bezugspersonen Jugendliche besser begleiten können, ohne selbst auszubrennen.
Teil 2: Essstörungen in der Pubertät – Erfahrungsbericht von Meggie Klimbacher
Im zweiten Teil berichtete Meggie Klimbacher, eine junge Frau, die selbst während der Pubertät eine Essstörung entwickelte, sehr offen über ihren persönlichen Weg. Sie schilderte:
- wie sich ihre Essstörung entwickelte,
- wie Trauer, Depression und Schuld ein Teil ihres Alltags wurden,
- wie schwierig und zugleich wichtig der lange therapeutische Weg zurück in ein normales Leben ist – ein Weg, der für sie bis heute andauert.
Meggie beeindruckte das Publikum durch ihre klare Sprache, ihre Ehrlichkeit und ihre kreative Art, komplexe Gefühle auszudrücken. Mit ihren Vorträgen und ihrem eigenen Aufklärungscomic unterstützt sie Betroffene und schafft Bewusstsein für ein oft tabuisiertes Thema.
Intensive Diskussion im Anschluss
Die anschließende Gesprächsrunde zeigte, wie sehr dieses Thema viele Menschen berührt. Der Austausch war persönlich, nahbar und zeigte deutlich, wie wichtig es ist, offen über psychische Gesundheit in der Pubertät zu sprechen.