Bürgermeistersprechstunde – Grundwassersituation und Trinkwasser-Versorgung

Bunte Aktenordner in einem Regal

Dass sich das Klima ändert, lässt sich hoffentlich von niemandem leugnen. Die Ursachen dafür sind mannigfaltig. Es leben wesentlich mehr Menschen auf unserem Planeten als noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Deshalb ist der CO₂-Ausstoß natürlich viel größer geworden. Um diesen zu verringern, kann man vieles unternehmen. Vieles wird schon getan, mehr muss noch gemacht werden. 

Über vieles wird diskutiert. Einiges wird auch gemacht. Wir auf Gemeindeebene versuchen, so gut wie möglich Akzente zu setzen. Sei es, alternative Energien zuzulassen (Windräder, PV-Anlagen), von Gas und Öl auf erneuerbare Energien umzusteigen u. v. m.

Derzeit ist bei vielen aber Wasser Thema Nr. 1. Die Nachfragen teilen sich in zwei Bereiche. Im Bereich 1 geht es um die Frage, ob unsere Wasserversorgung im öffentlichen Wasserleitungsbereich (Landegg, Pottendorf, Siegersdorf und Haschendorf) gefährdet ist. Hier kann ich alle beruhigen. 

Mitterndorfer Senke

Unsere mittlerweile drei Brunnen werden vom Grundwasserkörper der Mitterndorfer Senke gespeist. Wir befinden uns dabei in der zweiten wasserführenden Schicht und sind dort von den witterungsbedingten Schwankungen nicht betroffen. Wir haben keine Einschränkungen bei der Wasserverwendung und müssen auch keine Warnungen oder Entnahmeverbote aussprechen. 

Natürlich ist Wasser ein wertvolles Gut und es sollte nicht unnötig verbraucht werden, aber Verbote sind in unserem Bereich nicht notwendig. Man darf sich diesen Grundwasserkörper nicht als Fass vorstellen, aus dem Wasser entnommen wird und das irgendwann leer ist, sondern man muss ihn als großen unterirdischen See sehen, der permanent aufgefüllt wird – sei es durch Schmelz- oder Regenwasser. Dabei geht es aber nicht um den unmittelbaren Regen direkt bei uns, sondern um Niederschläge in anderen Gebieten, von denen das Grundwasser zu uns fließt. Und vorhandenes Wasser bleibt dem Kreislauf in einer Form immer erhalten!

Im Ortsteil Wampersdorf wurde 1990, als der Ortskanal flächendeckend errichtet wurde, auf den Bau einer Ortswasserleitung verzichtet. Die Kosten wären zu hoch gewesen und es wäre ja das gleiche Wasser, das auch über die einzelnen Hausbrunnenanlagen bezogen wird. Es gibt nun schon einige, die gerne hätten, dass in Wampersdorf eine Ortswasserleitung errichtet wird. 

Die Gemeindeführung ist dazu immer für Gespräche offen, aber wenn eine Wasserleitung gebaut wird, MUSS das Wasser dann auch abgenommen werden. Nur als Sicherheitsleitung für den Fall, dass es manchmal etwas weniger gibt, dient eine Ortswasserleitung nicht, da sonst die Qualität des Wassers durch den Nichtbezug extrem leidet. Grundsätzlich liegt auch Wampersdorf im Bereich der Mitterndorfer Senke und ist daher mit ausreichend Grundwasser versorgt. Es kann aber, wenn man seinen Brunnen nicht tief genug geschlagen hat, dazu kommen, dass man diesen nachschlagen muss.

Oberflächenwasser

Der zweite Bereich sind die Oberflächenwässer. Da hat sich die Situation in den letzten Jahren doch geändert. Die Leitha führt in unserem Bereich nicht mehr so viel Wasser (in anderen Abschnitten führt sie schon seit Jahrzehnten während 90 Prozent des Jahres kein Wasser), ebenso die Fischa. 

Damit bekommen die weiter flussabwärts liegenden Bäche und Flüsse weniger Wasser und fallen deshalb manchmal trocken. Dies ist heuer beim Werkskanal erstmals geschehen. Im Halterbach oder Reisenbach war dies bereits öfter der Fall. Im Bereich der Oberflächenwässer können wir leider keine Maßnahmen setzen, um den Wasserzufluss zu erhöhen. Diese Situation ändert sich immer nur witterungsbedingt.

Bürgermeister Thomas Sabbata-Valteiner



28.08.2026